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Ruth Luginbühl 2008 - Bilder von Walen und Eisbergen

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Ruth Luginbühl ist Künstlerin und Kinderärztin in Toronto, wo sie mit ihrem Mann seit acht Jahren lebt. Sie hat mehrere Reisen in die kanadische Arktis und Subarktis unternommen und ihre Erlebnisse in sehr gefühlvollen Bildern festgehalten. Inspiriert von den Inhalten, Farben und Formen dieser Landschaften hat Ruth Luginbühl in Aquarell- und Mischtechnik eine eindrückliche Serie von Bildern geschaffen, die sie vom Juni bis Ende August in der Schweiz zeigen wird.

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Wir freuen uns, Euch mit Ruth Luginbühl eine Künstlerin vorzustellen, die mit ihren Bildern auf eindrückliche Weise von der Schönheit der arktischen Natur erzählt, aber auch von ihrer Zerbrechlichkeit.

Das Bild des Eisberges hat im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung und der rasanten Veränderung des arktischen Ökosystems einen starken Symbolcharakter erhalten.

Ausserdem ist in vielen Bildern in irgendeiner Form der Mensch enthalten - einerseits Ausdruck der engen Beziehung der Inuit zur Arktis, andrerseits aber auch eine Thematisierung unseres eigenen Bezuges zu dieser Natur.

Im Sommer 2007 hat Ruth Luginbühl an einer Walexkursion im Mériscope teilgenommen, wo einige ihrer Werke entstanden sind. Und da es sich ja um Wale handelt, hat sie diese Aquarelle folgerichtig mit Salzwasser gemalt.

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„Auf den Spuren der Eisberge“:
Unter diesem Titel wird Ruth Luginbühl ihre Bilder ab dem 7. Juni 2008 in Aarau ausstellen:

Galerie Zum Notenschlüssel, Pelzgasse 15, 5000 Aarau
Vernissage: Samstag, 7. Juni 2008, 17:00 Uhr
Ende: 30. August 2008


Ergänzend zur Ausstellung wird die Künstlerin am 23. August 2008 um 17:00 Uhr eine Diashow präsentieren, ebenfalls in der Galerie Zum Notenschlüssel.

Ruth Luginbühl hat sich spontan entschlossen, einen Teil des Erlöses aus dem Bilderverkauf dem Mériscope und der Stiftung „Sea Shepherds“ zu spenden.

Herzlichen Dank, Ruth,
für diese grosszügige Spende!

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Wir wünschen Dir weiterhin so viel Inspiration,
kreatives Schaffen und
Freude am künstlerischen Experiment.

In diesem Sinne hoffen wir, möglichst viele von Euch an der Vernissage und der Ausstellung wieder zu sehen.

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Und so sieht Ruth Luginbühl die Zukunft des Mériscope ...

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Dieses Bild befindet sich bereits in der Privatsammlung des Mériscope :-)

Kommentar zur Ausstellung von Ruth Luginbühl

Geheimnisse des Hohen Nordens
- eine Entdeckungsreise -

Als Landschaftsmalerin erlebe ich meine Werke als Entdeckungsreise durch die Natur, die als Bühne für das Zusammenleben jeglicher Kreaturen dient. Meine Wahrnehmung des Lebens mit seiner vielschichtigen Komplexität wiederspiegelt sich in meiner Arbeitstechnik. Schicht über Schicht legend und dabei die verschiedensten Techniken einsetzend, exploriere ich das Phänomen des Zusammenlebens und versuche die intensiven Interaktionen auszudrücken. Oftmals ist dieser Prozess durch die Einflechtung gefundener Objekte aus dem hohen Norden verstärkt.

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Meine Mischtechnik setzt sich zusammen aus Zeichnen (mit Kohle, Graphit, Tusche, oder Pastel), Malen (Acryl, Seidenaquarelle, Enkaustik) und verschiedenen Druckverfahren (Linoldruck, photographischer und polychromatischer Siebdruck, Collagraphie, Transferdruck). Eingesetzt auf verschiedensten Stoff- und Papierarten wird diese dann mit Hand- und Maschienenstickerei als Zeichnungselement verbunden. Besonders fasziniert bin ich vom Zusammenspiel und den Wechselwirkungen von verschiedenen Oberflächenbeschaffenheiten und Transparenzen.

Was als Abenteuer im Rahmen einer medizinischen Mission begann, entwickelte sich zu einer Faszination und Liebe für ein ganz spezielles Land und seine Bewohner. Im April 2001 bot sich mir die Gelegenheit, eine meiner kanadischen Berufskolleginnen auf eine ihrer kinderärztlichen Missionen in den hohen Norden zu begleiten. Ich hatte das Glück, ein extrem abgelegenes Stück Natur und seine Bewohner, die Inuit, mitten im Winter kennenzulernen. In den daraufkommenden Monaten und Jahren folgten dann weitere Reisen, z.T. im Rahmen der medizinischen Versorgung, immer mehr aber auch im Sinne kunsttherapeutischer Hilfe und künstlerischer Entdeckungsreisen.

Bei (fast) jeder Temperatur und Witterung versuchte ich, so viel wie möglich draussen zu malen und zu skizzieren oder photographisches Material für weitere Werke zu sammeln. Diese Aktivitäten führten mich mit vielen Einheimischen zusammen, alle auf ihre Weise selbst Künstler: Steinhauer, Schnitzer, Zeichner, Drucker, Weber, Geschichtenerzähler usw., alle aber auf ihre Art auch Ueberlebenskünstler.

Jede einzelnde Reise, jede einzelne Begegnung mit diesen so freundlichen und kreativen Menschen bereicherten mein Leben. Mit meinen Bildern möchte ich meine Mitmenschen an diesem Reichtum teilhaben lassen.

Auf meinen Nordreisen in den letzten Jahren drängten sich mir die negativen Einflüsse der Menscheit auf die Natur immer deutlicher auf. Eine innere Traurigkeit und Enttäuschung über das Mass der Rücksichtslosigkeit, Verantwortungslosigkeit und Lieblosigkeit der menschlichen Rasse im Umgang mit unserer Umwelt macht sich in zunehmendem Masse breit. Mit meinen Bildern möchte ich einerseits versuchen, an die vergängliche Schönheit unserer Mutter Erde zu erinnern, und andererseits meine Mitmenschen zu ermuntern, wieder eine aktive Beziehung zur Natur aufzubauen.

Aufgrund eines Erlebnisses mit Buckelwalen vor der Disko-Insel in Grönland beschloss ich, mich näher mit den Walen, insbesondere den grossen Bartenwalen, zu beschäftigen. Während einer zweiwöchigen Exkursion im Walforschungszentrum “Mériscope” in Portneuf-sur-Mer (Provinz Quebec, Kanada) durfte ich diesen Riesen nicht nur persönlich mehrere Male fast Auge in Auge begegnen, sondern auch viel Wissenschaftliches über sie erfahren. Mit jeder Begegnung und zunehmendem Wissen stieg meine Bewunderung und Achtung für diese wunderbaren Tiere. Immer mehr fühlte ich mich berührt von einem grossen, sie noch immer umgebenden Geheimnis – einem Geheimnis, mit dem unsere menschliche Existenz, und letztendlich diejenige unseres gesamten Planeten, verknüpft sein dürfte.

In seinem Buch, “Wenn die Wale fortziehen”, sagt Juri Rytchëu ”Solange es ein Geheimnis gibt, wird der menschliche Geist und Verstand arbeiten” – dem möchte ich hinzufügen “solange wird auch die Kreativität lebendig sein.”

Ruth Luginbühl–Oelhafen
Toronto, März 2008

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